Torrey - Crystal Geyser - Moab

Wieder mit etwas Wehmut kehren wir dem schnuckeligen Austins Chuckwagon Motel den Rücken und fahren weiter nordöstlich in Richtung Moab, wo wir drei Nächte gebucht haben, denn hier erwarten uns gleich zwei Nationalparks: Arches und Canyonlands, letzterer mit drei "Districts", von denen wir zumindest einen anschauen wollen.

Es ist ein trüber Tag heute, die Wolkendecke zieht sich immer weiter zu, je länger wir unterwegs sind. Wir merken wieder einmal, was Sonne ausmacht, denn die Landschaft hier ist sicherlich schön, bei so trübem Wetter aber nicht einmal halb so reizvoll.

In der Nähe der Stadt Green River machen wir einen Abstecher zum Crystal Geyser, einem Kaltwasser-Geysir, der bei Bohrungen in den 30ern des 20. Jahrhunderts entstanden ist. Das etwas unschöne Rohr ragt mannshoch aus dem Boden.
Laut Wikipedia kommt es in etwa zwei Dritteln der Fälle acht Stunden nach einer Eruption zu der nächsten, seltener nur alle 22 Stunden. Bis zu 40 Meter hoch kann eine solche Eruption sein.

Wir haben Pech; nicht nur, dass der Himmel auch hier noch bedeckt ist – auch der Geysir hält sich während unseres Aufenthalts bedeckt. Er blubbert und schäumt zwei Mal vielversprechend, das Wasser wird ein Stück hochgedrückt, aber das war es auch schon.

Spannend ist es trotzdem, so etwas mal zu sehen; der Abstecher hat sich also doch gelohnt.

Bis nach Moab ist es dann nicht mehr weit; wir werden von einer großen Baustelle empfangen, und es herrscht richtig viel Verkehr. Moab ist nicht vergleichbar mit dem verschlafenen kleinen Nest Torrey. In Moab reiht sich Motel an Fastfood-Laden an Motel. Idyllisch ist anders - auch unser Motel "Red Stone Inn" ist kein Brüller. Das Zimmer ist regelrecht winzig und wirkt durch die Holzvertäfelung noch enger, und es riecht seltsam nach einem Reinigungsmittel.

Wir fahren am Nachmittag in den Arches National Park, denn von Moab aus ist das nur ein Katzensprung. In Serpentinen geht es das Felsmassiv hinauf, und dann sind wir plötzlich in einer anderen Welt - und auf einer anderen Ebene. Der Himmel ist immer noch zugezogen, und es ist windig, fast stürmisch. Wir fahren in dieser seltsamen Atmosphäre einmal den ganzen Park ab, um uns zu orientieren.

Zum Abendessen kehren wir beim Pizza Hut ein und werden grandios enttäuscht. Das Personal ist unfreundlich und nachlässig, einer der Teller, den wir bekommen, ist dreckig, und die Pizza (das amerikanische Pendant zur Cheezy Crust) schmeckt überhaupt nicht.