Über den Burr Trail zum Capitol Reef

Der Burr Trail erschien mir während meiner Recherche vorab wie eine sichere Kiste. Vor Ort machte er mir dann aber mächtig Bauchweh, weil überall empfohlen wurde, ihn bei schlechtem Wetter nicht zu befahren. Schlechtes Wetter hatten wir eigentlich gar nicht einkalkuliert, aber der Mai 2016 war in vielen der Ecken, in die es uns verschlug, eher kühl und mitunter sogar regnerisch. Alternativ zum Burr Trail kann man natürlich auch über die UT-12 von Escalante zum Capitol Reef fahren - was ebenfalls eine wunderschöne Strecke ist, die man nicht verpassen sollte!

Wir hatten nun das Glück, dass wir wegen unserer Streckenplanung nach dem Capitol Reef sowieso den ganzen Weg wieder zurück mussten, was über die UT-12 kein Hindernis ist, gilt sie doch zu Recht als eine der schönsten Straßen der USA.

Für den Hinweg aber hatte ich ja nun der Burr Trail auf dem Plan. Die dicken grauen Wolken in allen Himmelsrichtungen – wenn auch noch in weiter Ferne – ließen mich allerdings an der Sicherheit dieses Vorhabens zweifeln. Dennoch, zumindest kann man ja den asphaltierten Teil des Burr Trails problemlos befahren und danach notfalls umkehren. Das war Plan B und zeitlich gesehen auch kein Problem, da der komplette Tag für die Anreise - in welcher Form auch immer - angedacht war.

So befuhren wir also den Burr Trail bei strahlendem Sonnenschein. Als wir endlich an den berüchtigten Serpentinen ankamen, hatte sich daran nichts geändert, auch wenn die Regenwolken schon deutlich näher waren. Die Serpentinen waren auf Grund der zahlreichen Beschreibungen ein Schreckgespenst, aber vor Ort fanden wir sie nicht besonders schlimm. Da hatten wir 2012 weitaus Schlimmeres gesehen bzw. befahren!

Der zweite Teil des Burr Trails nach den Serpentinen ist bekanntermaßen unbefestigt, und wir hatten nun mal nur einen 2WD SUV. Während wir am Fuße der Serpentinen standen und zurück schauten, schob sich eine bedrohliche dunkle Wolke über die Felskante. Wir gaben ordentlich Gas, das Gewitter bald darauf immer im Genick, aber wir schafften es mit trockenen Reifen über die Notom Road bis zur UT-24 östlich von Fruita.

Von dort aus war es nicht mehr weit bis zu unserem Domizil, dem Austin's Chuckwagon Motel in Torrey, wo wir auch schon 2012 genächtigt (und es toll gefunden) hatten.

Capitol Reef National Park

In diesem Park waren wir Wiederholungstäter. Es hatte uns 2012 so gut hier gefallen, dass wir noch einmal wiederkommen wollten. Leider hatten wir diesmal nicht so viel Glück mit dem Wetter. Es war nicht wirklich schlecht, aber teilweise für die Jahreszeit richtig kalt. Vor vier Jahren zur gleichen Zeit hatten wir am Pool gelegen, während im Mai 2016 der Pool noch immer im Wintermodus war.

Durch diese unerwartet niedrigen Temperaturen fiel eine Wanderung ins Wasser: Eigentlich hatte ich den Cohab Canyon Trail geplant, der Rückweg sollte durch den Fluss führen. Dazu fehlte uns die Motivation, also befuhren wir statt dessen noch einmal den Scenic Drive - der geht ja immer! Mittags liefen wir ein wenig auf dem Grand Wash Trail herum, aber da mir ein wenig flau zumute war, war das nichts Halbes und nichts Ganzes.

Nachmittags fing es an zu regnen, und wir kehrten zum Motel zurück. Der Tag schien so schnarchig enden zu wollen, wie er begonnen hatte, dann aber klarte es zum Abend hin auf, und ich machte mich allein mit dem Wagen und meiner Fotoausrüstung auf den Weg zum Sunset Point Trail. Das ist übrigens auch immer wieder eine schöne Sache: Ein paar Dinge unternehmen wir getrennt, wenn es gerade passt und wir beide Lust dazu haben. Da draußen allein mit der Kamera bei immer schwächer werdendem Licht ist ein tolles Erlebnis! (Ok, allein war ich ja nicht ganz, da waren natürlich noch andere Fotografen und Spaziergänger unterwegs...)

Video: Capitol Reef Scenic Drive

... im Zeitraffer. Viel Spaß!