Canyon de Chelly

Der Abstecher zum Canyon de Chelly war nur ein kurzer - eine Übernachtung hatten wir in Chinle gebucht, dann sollte es schon wieder weitergehen. Das bedeutet: Schwächeln ist nicht! Wenn man in solchen Situationen aufkommender Müdigkeit und/oder Faulheit nachgibt, verpasst man schlichtweg einen ganzen Programmpunkt. Und zugegebenermaßen fiel es uns an diesem Tag nicht leicht, uns aufzuraffen. Die Hunt's Mesa Overnight Tour war schon relativ anstregend gewesen, wenn auch nicht körperlich.

Mit nicht allzu großer Lust starteten wir zum South Rim Drive des Canyon de Chelly und waren auch sehr angetan, was sich uns hier bot. Spektakulär anzusehen war auf jeden Fall der Spider Rock.

Dennoch - so richtig hatten wir noch kein Gefühl für den Canyon de Chelly bekommen. Von oben sah alles wirklich sehr idyllisch aus, aber wie sieht es wohl unten aus? Wir hatten nun also eine Entscheidung zu treffen: Am nächsten Tag direkt zum Grand Canyon losfahren und entsprechend zeitig dort sein oder hier am Canyon de Chelly die einzige für die Öffentlichkeit erlaubte Wanderung nach unten machen, nämlich den White House Ruin Trail? Wir entschieden uns für Letzteres und sollten es nicht bereuen.

White House Ruin Trail

Wir fuhren am frühen Vormittag zum Trailhead und begannen den Abstieg. Runter ist ja meistens einfach, so auch hier, und Spaß macht dieser kleine Trail auf jeden Fall, weil er die ganze Zeit tolle Ausblicke ins Tal bietet.

Unten angekommen sind es nur ein paar Minuten zu Fuß, um die Ruine zu erreichen, die sicherheitshalber von einem hohen Zaun umgeben ist. Was uns jedoch noch viel mehr als die Ruine beeindruckte, war die Atmosphäre in diesem Tal. Viel Grün, ein klarer Bach, die hohen Felsen, die immer Schatten spenden - eine perfekte Idylle, und man kann sich leicht vorstellen, dass das Leben hier einst traumhaft gewesen sein muss.

Der Aufstieg um die Mittagszeit war dann nicht mehr so "easy" wie der Abstieg. Weg genug Zeit hat, geht erst in den Nachmittagsstunden nach oben, wenn die Seite des Canyons im Schatten liegt. Wir hatten diese Zeit nicht mehr, weil der Grand Canyon ja noch auf uns wartete.